Streit um den Familiennachzug: Jetzt zeigt sich die Union gesprächsbereit

Syrische Flüchtlinge, die in Athen auf die Weiterreise nach Deutschland warten. 

Mehrere Unionspolitiker haben sich in der Debatte über den Familiennachzug von Flüchtlingen kompromissbereit gezeigt – CSU-Entwicklungsminister Gerd Müller schlug derweil eine Familienzusammenführung in den Heimatländern vor.

Das ist passiert:

► Nach dem stellvertretenden CDU-Vorsitzenden Armin Laschet will auch Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) darüber diskutieren, wie der Familiennachzug für Flüchtlinge zu regeln sei.

Neben humanitären Härtefällen müsse der Familiennachzug auch für Flüchtlinge möglich sein, die Wohnung und Arbeit hätten, hatte Laschet zuvor gefordert.

Darum ist es wichtig: 

Die Union hatte zuvor stets klar dafür plädiert, den ausgesetzten Familiennachzug für subsidiär Geschützte auch über März 2018 hinaus nicht wieder freizugeben. In den Sondierungsgesprächen mit der SPD könnte das zu einem erheblichen Streitpunkt werden.

Doch auch in der Union macht sich Uneinigkeit breit. Flüchtlingsfamilien aus Syrien und dem Irak sollten aus Sicht von CSU-Entwicklungsminister Gerd Müller nicht hierzulande zusammengeführt werden, sondern nach Möglichkeit in ihrer Heimat. Das sagte Müller dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Was ihr noch wissen müsst: 

Besonders scharf formulierte Sachsens CDU-Ministerpräsident Michael Kretschmer seine Ablehnung gegenüber Kompromissen.  “Aus der Anzahl der Migranten, die wir jetzt haben, dürfen nicht noch mehr werden. Im Gegenteil: Wir müssen noch stärker an der Rückführung arbeiten. Darin ist sich die Union absolut einig. Das muss auch die SPD akzeptieren”, sagte er der “Bild”-Zeitung.

►  Der Streit – so scheint es – hat gerade erst begonnen.

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